Dienstag, 30 Oktober 2012 17:47

Wen interessiert im Medienbetrieb schon, was Kai Diekmann, Anne Will oder Frank Schirrmacher zu sagen haben?

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Mein Buch „Die vierte Macht – Spitzenjournalisten zu ihrer Verantwortung in Krisenzeiten“ ist ein Flop. Der Schock ist überwunden, die Verwunderung bleibt. Weder der Hoffmann und Campe Verlag noch ich selbst hatten mit einer solchen Totalverweigerung von Seiten der Medien gerechnet. 

Dabei war der Erfolg eigentlich vorprogrammiert, denn die meisten der im Buch versammelten fünfundzwanzig Journalisten gehören zu den bedeutenden Meinungsmachern im Lande. Ihr Wort hat Gewicht, jedenfalls nach außen. Nach innen scheint es ohne Belang zu sein, jedenfalls dann, wenn sie sich zu ihrer beruflichen Verantwortung äußern. Außer mit einer Kurzkritik in einer schwäbischen Provinzzeitung, in der zudem der Prominentenstatus der Interviewten angezweifelt wurde, hat es  „Die vierte Macht“ bisher nicht in die Öffentlichkeit geschafft.

Das bringt allmählich sogar meine Gesprächspartner ins Grübeln, die sich, das sei an dieser Stelle dankend erwähnt, umfassend, engagiert und durchaus selbstkritisch zu der Verantwortlichkeit der Medien geäußert haben. Auch ihnen ist die Art und Weise, mit der das Thema in den Redaktionen zur Seite geschoben wird, suspekt, das höre ich jetzt des öfteren. Neulich meldete sich Sonia Mikich bei mir, Leiterin der Programmgruppe Inland Fernsehen beim WDR. Ich hatte sie im vergangenen Jahr gebeten, mir für ein Gespräch zur Verfügung zu stehen, was allerdings abgelehnt wurde. Nun hat Sonia Mikich das Buch in die Hand bekommen. Sie bedauerte, dass sie sich damals verweigert hatte und nannte „Die vierte Macht“ eine Liebeserklärung an unseren Beruf, was mich gerührt und gefreut hat. Im WDR aber, der ja über tausend infrage kommende Sendeplätze verfügt, ist bis heute keine Reaktion erfolgt.

Wie gesagt, ich habe inzwischen akzeptiert, wie schwer sich die Medien mit dem Thema tun, das vor dem Hintergrund der weltweiten Umwelt- und Finanzkrise so ungeheuer wichtig geworden ist in unserer Gesellschaft. Umso mehr freuen mich die fast euphorischen Kritiken von Leuten, die das Buch gelesen haben und die seinen Stellenwert einzuschätzen wissen. Um sie bei Laune zu halten, ist es allerdings wichtig, dass sie nie Einblick in die Verkaufsstatistiken erhalten, sie würden vom Glauben abfallen…

Die Maeva Trilogie

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Maeva ist der zweite Teil der Maeva Trilogie.

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Das Tahiti Projekt

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